BENJAMIN: I am Benjamin, the nightingale. I’m on a long journey to my wintering grounds in Africa. It’s been just two days since I left the streets of Berlin. It’s a beautiful city, but it’s cold during the winter months so I’m heading for Lake Victoria – the giant bath tub of the South where in December myriads of birds congregate, turning the place into a dazzling concert of colour and song. As I flew, I looked down over Vienna. I saw the city of Rome and the Colosseum. And I wished for a sweet Italian nightingale bride to join me at my great height and be my companion for a thousand kilometres. I’ve seen the Pyramids of Giza and the desert scrublands of Sudan. Look! Finally, below me I see Lake Victoria. It blankets Uganda, Kenya and Tanzania in a vast sheen of silver – silver that turns to gold when the sun dips behind the rolling hills of the shore. I land among the millions of birds, thawing with them in the warmth of this promised land. I look into the water, smooth as a mirror, and I see my reflection: a man in his 50s wearing a scuffed baseball cap. My skin is dry and sallow, my eyes full of sadness. And fear. And Lake Victoria is a puddle on the pavement. I am Benjamin, a homeless man.
VO: For some, there’s no escape from winter. Help the homeless of Berlin. Make a donation on strassenfeger.org
Script In Orginal Langauge
Ich bin Benjamin, die Nachtigall. Ich bin auf der langen Reise nach Afrika, um dort zu überwintern. Erst vor zwei Tagen habe ich Berlin verlassen. Das ist eine schöne Stadt, aber es ist kalt dort im Winter und nun ist mein Ziel: der Viktoria See. Die riesige Badewanne des Südens, wo sich im Dezember Myriaden von Vögeln versammeln, die diesen Ort zu einem bunten Konzert der Farben und Gesänge machen. Ich habe hinunter auf die Stadt Wien geblickt, ich habe Rom gesehen und das Collosseum. Und ich wünschte mir, eine süße italienische Nachtigallenbraut würde sich zu mir aufschwingen und für eine Weile meine Begleiterin sein. Auf die Pyramiden von Gizeh habe ich geschaut und auf die sudanesichen Felswüsten. Und da unten ist er nun! Der Viktoria See. Wie ein riesiges silbernes Tuch bedeckt er Uganda, Kenia und Tansania. Ein Silber, das zu Gold wird, wenn die Sonne hinter den sanften Hügeln der Küste versinkt. Ich lande zwischen den Millionen von Vögeln und geselle mich zu ihnen, in der Wärme dieses gelobten Lands. Ich schaue in das Wasser – es ist glatt wie ein Spiegel und darin sehe ich mich selbst: Ein Mann um die 50, auf dem Kopf eine abgewetzte Baseball-Kappe. Meine Haut ist trocken und bleich, meine Augen voll Traurigkeit. Und Angst. Der Viktoria See ist eine Pfütze auf dem Asphalt. Ich bin Benjamin, der Obdachlose.
Off: Manche können dem Winter nicht entkommen. Helfen Sie den Obdachlosen von Berlin: Spenden Sie – auf strassenfeger.org